Der Klassiker zur naturnahen Ernährung

Als „Charles Darwin“ der Ernährung wurde Weston A. Price bezeichnet. Sein 1939 zum ersten Mal erschienenes Buch „Nutrition and Physical Degeneration“ gilt heute als Standardwerk, das die Bedeutung einer vollwertigen, naturnahen Ernährung eindrucksvoll belegt. Auch in der Fastenleiterausbildung der Deutschen Fastenakademie (dfa) wird es den Auszubildenden empfohlen ... 


Der Fachjournalist und Redakteur des dfa-Fastenboten Frank Aschoff sprach mit Andrea Ciro Chiappa, 1. Vorsitz, Ausbildung & Kooperationen der dfa über das Buch.
 
Andrea, in der dfa empfehlt ihr das Werk von Price euren Auszubildenden, oder?
Ja, genau, seit Jahren stellen wir Weston Price und seine Arbeitsergebnisse in Vorträgen und im Skript vor. 
 
Warum schätzt ihr das Buch so innerhalb der Ausbildung?
Price ist ein originärer Zeitzeuge rund 13 traditioneller Esskulturen mit "perfekter Zahngesundheit und allgemeiner Physis". Er ermittelte die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Lebensmittelauswahl. Zudem untersuchte er den Mineralstoffgehalt und die Mineralstoffaufnahm durch Analyse nach Probenveraschungen. Diese verglich er mit dem Mineralstoffgehalt einer üblichen amerikanischen Ernährungsweise. Sobald eine Familie anfing, die Lebens- und Ernährungsweise zu ändern und mineralstoffarme Kolonialwaren zu sich nahmen, stellte Price zwei Dinge fest: 1. Massive Kariesbildung und 2. bei den Kindern von fehlernährten Eltern (1. Generation): Verengung des Kieferbogens, schmalere Nasenbreite, Zahnfehlstellungen. Seine Schlussfolgerung: Westliche Ernährung führt zur Degeneration. 
 
Seit Erscheinen des Buches gibt es eine Diskussion: Vom Lob als Meisterstück bis hin zur Kritik an der wissenschaftlichen Vorgehensweise. Was sind die Stärken und Schwächen des Buches?
Als niedergelassener Zahnarzt hatte er in der ernährungswissenschaftlichen Welt ein schlechtes Standing. Zudem sind seine Arbeiten Einzelfall-Beobachtungsstudien und keine epidemiologische oder gar interventionelle Studien. Seine Arbeiten gelten daher als unwissenschaftlich. Dennoch können wir seine Beobachtungen nicht abschmettern. Sie hätten es verdient nach wissenschaftlichen Grundregeln näher untersucht zu werden. Das wurde von universitären Institutionen in dieser Form und kulturellen Breite nie angegangen. Eine Ausnahme bilden die Arbeiten des englischen Arztes und Ernährungswissenschaftlers McCarrison an Ratten. Er zeigte in Mehrgenerationen-Rattenversuchen die Auswirkungen unterschiedlicher Mangel- und Fehlernährung und die entsprechenden Krankheitsbildungen (1,2). 

Wenn du ein Ergebnis nennen solltest, eines das besonders richtig und noch gültig ist, was würdest du anführen?
Im Rahmen der Ernährungsausbildung ziehen wir folgendes Fazit aus seinen Arbeiten: Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser teils völlig unterschiedlich lebenden Naturvölker geben uns ein grundlegendes Verständnis in der Frage: Welche Ernährungsweise ist "gesund"?
Die Schüler verstehen, dass die Gießener Schule für Vollwert-Ernährung genau dieselben Prinzipien befolgt: Naturbelassenheit, Regionalität, Saisonalität und Esskultur stehen über der Frage nach Art und Menge der ausgewählten Hauptzutaten. Denn auch eine Ernährungsweise mit viel Fleisch, Milch und Innereien kann "gesund" sein. Selbstverständlich müssen wir heute ökologische und tierethische Aspekte berücksichtigen. Aber die grundlegenden Prinzipien zu verstehen, hilft dem Schüler, Fragen zu einer neuen Diät oder Kostform selbstständig zu bewerten.
 
Frank Aschoff
Freier Journalist
 
 
Weston A. Price. Ernährung und körperliche Degeneration. Mosquito Verlag, Immenstadt. 2020, deutsche Erstausgabe, 19,90, Paperback, 520 Seiten, mit vielen Fotos aus Feldstudien.  ISBN: 978-3-944887-62-3  
mosquito-verlag

Weiterführende Links: 
1. gesundheitsberater.de/sir-robert-mccarrison-1878-1960/
2. traditionelle-ernaehrung.de/traditionelle-ernaehrung-indien/

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