Studie zum intermittierenden FastenFoto: Abdullah-Arif/HiENMowCYHg/unsplash

 

Das Fasten von Krebserkrankten ist immer noch ein diskutiertes, aber inzwischen auch viel erforschtes Thema. In unserer christlich geprägten Kultur ist das gemeinsame Fasten zu einer bestimmten Zeit nicht mehr so tief verankert, wie in muslimischen Gesellschaften. Hier wird traditionell im Monat Ramadan von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gefastet, was man unter den Begriff Intermittierendes Fasten fassen kann. Eine aktuelle Studie untersuchte nun, wie sicher das Fasten bei Patient:innen mit chronischen myeloischen Leukämie (CML) ist und welche Effekte die Ramadan-Zeit hat.

Das Gesamtüberleben von Patient:innen mit CML, die mit  Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) behandelt wurden, kommt dem von Gesunden sehr nah. Über die Wirkung von zusätzlichen Maßnahmen wie zum Beispiel dem intermittierenden Fasten (IF) im Ramadan ist allerdings wenig bekannt. Yassin et al. führten eine retrospektive Studie über 3 Jahre durch, um die Wirkung des IF auf CML-Patient:innen zu untersuchen, die TKIs erhalten; gemessen wurden klinische, hämatologische und molekulare Parameter.

Fastenbei einer Krebserkrankung?

„Die Indikation zum Fasten hängt entscheidend von den Gewichtsreserven ab. Es verbietet sich von selbst in einem kachektischen Stadium. Drei bis fünf Kilogramm Gewichtsreserve reichen aus, um zumindest ein kurzfristiges entgiftendes und entschlackendes Fasten, verbunden mit einer gründlichen Darmentleerung, durchzuführen.“  (Dr. Hellmut Lützner, 1993)

Kleine Gruppe

Insgesamt wurden 49 Patient:innen mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren eingeschlossen. Imatinib war der am häufigsten verwendete TKI: Er wurde von 25 Patient:innen angewendet. Im Mittel waren die weißen Blutkörperchen, Neutrophile und das BCR-ABL-Fusionsgen nach dem IF im Vergleich zu vor und während dem Fasten statistisch signifikant reduziert. Die Verwendung von TKIs während des Fastens führte nicht zu signifikanten Veränderungen der Blutwerte oder der BCR-ABL-Spiegel. Die Autor:innen schlussfolgern, dass unter diesem Gesichtspunkt Patient:innen durchaus darin bestärkt werden können, intermittierendes Fasten zu praktizieren und dass Ärzt:innen das IF als sicher betrachten können. Wichtig sei aber die Anleitung zum Fastenbrechen. (fa)

Quellen

Pressemitteilung

Literatur

Originalarbeit
Yassin MA et al.: Effects of intermittent fasting on response to tyrosine kinase inhibitors (tkis) in patients with chronic myeloid leukemia: an outcome of european leukemianet project. Cancer Control. 2021 Jan-Dec; 28: 10732748211009256.

Zitat
Lützner H.: Aktive Diätetik. Hippokrates, Stuttgart, S. 229, 1993. Zitiert nach: Semler E.: Mit Herz und Verstand: Verzicht üben – Essen und Genießen lernen – Krankheiten heilen. Zitate von Dr. med. Hellmut Lützner. Engelhartstetten, 2019, S. 65.

Dr. Hellmut Lützner

Schon als Kind lernt Hellmut Lützner zuhause eine naturnahe Lebensweise und Ernährung kennen – aber seine Hautkrankheit lässt sich nicht bessern. Er wird Arzt und entdeckt die heilsame Wirkung der Ernährungstherapie und des Fastens – sowohl bei sich selber als auch bei Patient:innen. Damit jeder Mensch die Möglichkeit hat, das Fasten zu erfahren, schreibt er den Bestseller „Wie neugeboren durch Fasten“ und begründet die Deutsche Fastenakademie. Mehr zum Leben Lützners erfahren.

 

 

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