
Bild: buchinger-wilhelmi.com
05.05.2026: Mit großem Schmerz und tiefer Dankbarkeit nimmt die Deutsche Fastenakademie Abschied von Dr. med. Françoise Wilhelmi de Toledo, einer der prägenden Pionierinnen der modernen Fastenmedizin und einer langjährigen Wegbegleiterin unseres Gründers Dr. Hellmut Lützner.
Ein Leben für das Heilfasten
Françoise Wilhelmi de Toledo, 1953 in Genf geboren, widmete ihr ärztliches Leben dem Fasten als therapeutischer und präventiver Kraftquelle für Körper, Geist und Seele.
Als ärztliche Leiterin der Buchinger-Wilhelmi-Kliniken in Überlingen und Marbella verband sie traditionelles Heilfasten mit moderner Medizin und wissenschaftlicher Forschung.
Sie baute in Überlingen eine eigene Forschungsabteilung auf und etablierte eine systematische Dokumentation tausender Fastenverläufe, wodurch das Fasten aus der Erfahrungsheilkunde in die wissenschaftlich fundierte Medizin hineinwuchs.
Mit mehr als 60 wissenschaftlichen Arbeiten, Buchbeiträgen und Monographien in mehreren Sprachen hat Françoise Wilhelmi de Toledo die moderne Fastenmedizin maßgeblich geprägt.
Viele Jahre wurden Fastenärzte von der Schulmedizin belächelt – durch ihren unermüdlichen Einsatz ist heute belegt, dass Fasten Stoffwechsel und Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin positiv beeinflussen kann.
Ihr wissenschaftliches Werk, ihre Publikationen und internationalen Kooperationen prägten das Bild des Heilfastens im deutschsprachigen Raum und weit darüber hinaus.
Pionierin, Mitgründerin, Netzwerkerin
Gemeinsam mit unserem Gründervater Dr. Hellmut Lützner und anderen Pionieren gründete Françoise 1986 die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) – und prägte sie über viele Jahre als Vorstandsmitglied und ab 1998 als Präsidentin.
Zwischen ihr und Hellmut Lützner bestand über Jahrzehnte eine von gegenseitigem Respekt, gemeinsamer Vision und herzlicher Kollegialität getragene Weggemeinschaft.
Zahlreiche gemeinsame Projekte – von Leitlinienarbeit über Kongresse bis hin zu Studien und Fortbildungen – haben das Fundament gelegt, auf dem heute ein modernes Fasten-Ökosystem in Deutschland und Teilen Europas steht.
Die Leitlinien zur Fastentherapie, an denen sie maßgeblich mitwirkte, sind bis heute wichtige Orientierung für ärztlich geführtes Heilfasten und damit auch Referenz für die Arbeit der dfa.
Wissenschaftliche Basis und universitäre Anerkennung
Die Deutsche Fastenakademie und alle ihre Mitglieder danken Françoise aus tiefstem Herzen für ihr unermüdliches Bestreben, das medizinische Fasten auf eine breite wissenschaftliche Basis und in die universitäre Akzeptanz zu führen.
Mit der Gründung der Maria Buchinger Foundation im Jahr 2011 stärkte sie die unabhängige Forschung zum therapeutischen Fasten und blieb dieser Aufgabe bis zuletzt eng verbunden.
Als Wissenschaftlerin zeigte sie, dass Fasten nicht nur eine „Kur“ ist, sondern ein ernstzunehmendes naturheilkundliches Verfahren mit klar definierten Indikationen, Kontraindikationen und dokumentierten Wirkmechanismen.
Damit hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass Heilfasten, Gesundheitsfasten und das Fasten nach Buchinger/Lützner heute als fundierte und praxisnahe Methoden in Prävention und Therapie wahrgenommen werden – auch in den Fastenangeboten der dfa.
Im Ergebnis erleben wir seit rund 20 Jahren eine stabile Weiterentwicklung des Fasten-Ökosystems in Deutschland und Teilen Europas: Fastenkliniken, ärztliche Fachgesellschaften, die dfa-Fastenleiterausbildung, Forschungsvorhaben und Medienberichte greifen ineinander und verleihen dem Thema eine bislang nicht gekannte Präsenz.
Davon profitieren neben den vielen engagierten dfa-Fastenleiter:innen alljährlich Hunderttausende gesundheitsbewusste Menschen, die durch Gesundheitsfasten mehr Eigenverantwortung für Prävention übernehmen und ihre Lebensqualität sowie die Freude an einem nachhaltigen Lebensstil stärken.
Menschlichkeit, Spiritualität und Ganzheitlichkeit
Bei aller wissenschaftlichen Strenge blieb ihr Blick stets auf den ganzen Menschen gerichtet.
Sie betonte die emotionale und spirituelle Dimension des Fastens, leitete über Jahrzehnte Fastenkurse in der Gemeinschaft von Grandchamp bei Neuchâtel und verband dort Gesundheitsförderung mit innerer Sammlung, Stille und kontemplativer Praxis.
Damit berührte sie viele Menschen weit über den medizinischen Kontext hinaus und öffnete Räume für Sinnsuche, Achtsamkeit und geistige Klarheit – Anliegen, die auch im Leitbild der Deutschen Fastenakademie tief verankert sind.
Wer ihr begegnete, erinnert sich an eine warmherzige, klare und inspirierende Persönlichkeit, die zuhören konnte, andere förderte und ihre Begeisterung für das Fasten großzügig teilte.
Dank und Abschied der dfa
Die Deutsche Fastenakademie verneigt sich in tiefer Dankbarkeit vor dem Lebenswerk von Dr. med. Françoise Wilhelmi de Toledo.
Ohne ihr Wirken, ihre Zusammenarbeit mit Dr. Hellmut Lützner und ihr Engagement in der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung sähe die Landschaft des Heil- und Gesundheitsfastens in unserem Land und in Europa heute anders aus.
Ihr Vermächtnis lebt in der Arbeit der dfa, in der Ausbildung unserer ärztlich geprüften Fastenleiter:innen, in jedem verantwortungsvoll geführten Fastenkurs und in den Erfahrungen der vielen Menschen weiter, die durch Fasten zu mehr Gesundheit und Lebensfreude finden.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren engsten Weggefährt:innen und allen, die ihr verbunden waren.
In der Trauer sind wir zugleich erfüllt von der Zuversicht, dass ihr Werk weiterwirkt – in jeder Fastenwoche, in jeder neuen Studie, in jedem Menschen, der durch Fasten ein Stück Eigenverantwortung und Lebenskraft neu entdeckt.
Andrea Chiappa,
im Namen des dfa-Vostands sowie aller Mitglieder.
