Intervallfasten im Ramadan nachhaltig wirksam bei Rheumatoider Arthritis?

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Alle Weltreligionen kennen das Fasten. In der christlichen Kirche ist die Fastenzeit vor Ostern bekannt. Der Priester, Zen-Meister und Fastenlehrer Nikolaus Brantschen betont gerne, dass die Kirche da einen Schatz in ihrem Garten vergraben habe.  Formen des religiös motivierten Fastens werden zunehmend in ihren gesundheitlichen Auswirkungen erforscht. Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender und fällt jedes Jahr in eine andere Zeit. Dann wird traditionell von Sonnenaufgang bis -untergang gefastet, nicht gegessen, getrunken, aber auch allgemein „enthaltsamer“ gelebt, z.B. nicht geraucht. Man kann also von einer Art Intervallfasten sprechen. Das Gelenkrheuma gilt als klassische Indikation des Heilfastens. Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie nachhaltig die Effekte dieser besonderen Intervallfasten-Form auf die Rheumatoide Arthritis ist.

Studien zeigen positive Auswirkungen des Intervall-Fastens im Monat Ramadan

In einigen vorhergehenden Studien wurden positive Auswirkungen des Intervall-Fastens im Monat Ramadan auf rheumatische entzündliche Erkrankungen nachgewiesen. Ziel einer aktuellen Studie von Ben Nessib et al. war es, die Nachhaltigkeit dieser Effekte auf die Aktivität der rheumatoiden Arthritis (RA) zu untersuchen. Sie wurde in September 2021 in der Clinical Rheumatology veröffentlicht (online ahead of print).

Die prospektive Studie umfasste 35 Patient:innen mit RA, die während des Fastens im Ramadan 2019 beobachtet wurden. Die Krankheitsaktivität wurde bewertet und zwischen 3 Zeitpunkten verglichen: T1 (6 Monate vor dem Beginn des Ramadans), T2 (während des Monats zwischen dem 7. Tag des Fastens und dem 7. Tag nach dem Ramadan) und T3 (durchschnittlich 3,4 Monate nach dem Fasten). Es wurde der Krankheitsaktivitäts-Score 28 (DAS28) verwendet. Nach einer signifikanten Abnahme aller Krankheitsaktivitätsparameter zwischen T1 und

T2, wurde ein allmählicher Anstieg zwischen T2 und T3 beobachtet. Mit Ausnahme des C-reaktiven Proteins (CRP), das zu T3 signifikant höher war (p = 0,02), war die Veränderung der anderen Krankheitsaktivitätsparameter aber statistisch nicht bedeutend. Die im Vergleich zu den Ausgangsdaten (T1) statistisch signifikante Abnahme der Werte von Erythrozytensedimentationsrate (ESR), DAS28 CRP und DAS28 ESR, die nach dem Fasten im Ramadan angefangen hatte, hat bis T3 angehalten.  

Die Autor:innen schlussfolgern, dass ein 3-monatiges Intervall zwischen Fastenperioden empfohlen werden kann, um die positiven Auswirkungen des intermittierenden Fastens auf RA aufrechtzuerhalten.

Kernpunkte der Studienergebnisse:

  • Intervall-Fasten kann eine schnelle Verbesserung der Aktivität der rheumatoiden Arthritis bewirken
  • Die positiven Auswirkungen dieses Fastenmodells kann bis zu 3 Monate andauern.
  • Das empfohlene Intervall zwischen den Fastenperioden kann auf 3 Monate geschätzt werden.

(fa)

Quellen

Studie

Ben Nessib D et al.: Sustainable positive effects of Ramadan intermittent fasting in rheumatoid arthritis. Clin Rheumatol. 2021 Sep 10. doi: 10.1007/s10067-021-05892-4. Epub ahead of print. PMID: 34505214.

 

 

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