Cochrane Review zu natriumarmer Diät bei hohem BlutdruckSalz - Foto: Stephen Rheeder/Tlcy2YCFwlg/unsplash

Die Deutsche Fastenakademie empfiehlt beim Fasten ca. 1g NaCl je Person am Tag. Oder: 1g NaCl auf 0,5 bis 1 Liter Fastenbrühe. Je nach NaCl-Gehalt des Trink- und Teewassers und je nach Jahreszeit und Rahmenprogramm; denn im Hochsommer oder bei intensiven Saunagängen braucht der Fastengast mehr Salz in der Suppe. Dies gilt für das Fasten. Aber wie ist es mit den allgemeinen Empfehlungen?

Da eine Verringerung der Salzaufnahme den Blutdruck (RR) bei Personen mit erhöhtem RR senkt, wird allgemein empfohlen, die Salzaufnahme zu verringern, weil man annimmt, dass dies die Sterblichkeit verringert. Der Effekt auf den RR bei Menschen mit normalem RR wurde jedoch bereits in Frage gestellt. Ein aktueller Cochrane Review stellt schon in der Einleitung klar, dass um die „Salzfrage“ einige Verwirrung herrscht.

Verwirrung um die Salzfrage

Mehrere Studien haben laut Graudal et al. gezeigt, dass die Salzreduktion das salzkonservierende Hormonsystem (Renin und Aldosteron) und Stresshormone (Adrenalin und Noradrenalin) aktiviert sowie Blutfette (Cholesterin und Triglycerid) erhöht. Beobachtungen an allgemeinen Populationen zeigen, dass eine reduzierte Salzaufnahme mit einer erhöhten Mortalität verbunden ist; so zeigen aktuelle Studien, dass eine Salzaufnahme unter 6 g mit einer erhöhten Mortalität verbunden ist. Ziel des Reviews war also die Bewertung der Auswirkungen der Reduktion von Natrium (Na) auf den RR aber auch auf mögliche Nebenwirkungen (Hormone und Lipide).

Der Review zeigt im Ergebnis, dass eine Diät mit niedrigem Na-Gehalt bei weißen Menschen mit normalem RR den Blutdruck um weniger als 1 % senkt. Ein signifikanter gleichzeitiger Anstieg von Plasma-Renin, Plasma-Aldosteron, Plasma-Noradrenalin und ein geringerer Spiegel von Plasma-Adrenalin könnte zu dem geringen Effekt der Na-Reduktion auf den RR beitragen. Darüber hinaus führt die Na-Reduktion zu einem signifikanten Anstieg des Plasmacholesterins und des Plasmatriglycerids; ausgedrückt in Prozent, war dieser zahlenmäßig größer als die Abnahme des RR. Aufgrund der relativ geringen Auswirkungen und ihrer antagonistischen Natur (Abnahme des Blutdrucks, Zunahme der Hormone und Lipide) unterstützen laut den Autoren ihre Ergebnisse nicht die Annahme, dass die Na-Reduktion bei einer Population weißer Menschen mit normalem RR positive Auswirkungen haben kann. (fa)

Quellen

Literatur

Graudal NA et al.: Effects of low sodium diet versus high sodium diet on blood pressure, renin, aldosterone, catecholamines, cholesterol, and triglyceride. Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, Issue 12. Art. No.: CD004022. DOI: 10.1002/14651858.CD004022.pub5.

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